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Unternehmensnachfolge rechtzeitig regeln und dadurch Werte erhalten

Deutschland ist die größte Volkswirtschaft in Europa und die viertgrößte der Welt. Eine wesentliche Säule dieses Erfolges ist der deutsche Mittelstand. Insgesamt existieren in Deutschland gut 3,7 Mio. Unternehmen, von denen jedoch nur etwa 10 % mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigen. Der größte Teil der Unternehmen besitzt nur einen oder wenige Inhaber, oft sind es Familienunternehmen. Gleichwohl werden Nachfolgefragen nicht selten stiefmütterlich behandelt. Dabei ist es nicht nur aus gesamtwirtschaftlichen Gründen, sondern auch, um den Erhalt des Unternehmens im Sinne des Vorgängers gesichert zu wissen, wichtig, dass sich Unternehmer frühzeitig Gedanken über ihre eigene Nachfolge machen.

Dabei sind viele Unternehmer so auf ihr operatives Geschäft konzentriert, dass sie nicht an ihre Nachfolge denken. Zudem beschäftigen sie sich nur ungern mit dem Gedanken, sich vom eigenen Unternehmen – häufig ihrem „Lebenswerk“ – zu trennen. Nach aktuellen Umfragen hat nur knapp jeder dritte Unternehmer fortgeschrittenen Alters Vorkehrungen für den Generationenwechsel getroffen. Diese Zahl ist sehr erschreckend, bedenkt man die möglichen drastischen Konsequenzen einer versäumten Nachfolgeplanung.

Wenn die Unternehmensnachfolge nicht geregelt ist und daher beispielweise mehrere Familienmitglieder als gesetzliche Erben in die Nachfolge des Unternehmens eintreten, kann es zu erheblichem Streit kommen, der im schlimmsten Fall zur Zerschlagung des Unternehmens führt. Derlei Szenarien kann der Unternehmensinhaber rechtzeitig vermeiden, indem er zu Lebzeiten und bei Vollbesitz seiner geistigen Kräfte bestimmt, wie es mit dem Unternehmen weitergehen soll.

Glücklicherweise bietet das deutsche Recht eine Fülle an Regelungsmöglichkeiten zur Gestaltung der Nachfolge. Dabei gibt die Rechtsform des Unternehmens die Rahmenbe-dingungen vor. Eine genaue Prüfung der gesetzlichen Vorgaben und etwaiger Gesellschafts-verträge ist daher unumgänglich. Bei einer GmbH ist etwa darauf zu achten, ob und unter welchen Voraussetzungen die Satzung die Einziehung der Geschäftsanteile eines Gesellschafters bei dessen Tod erlaubt oder aber dass eine qualifizierte Rechtsnachfolge regelt, wie einzelne Gesellschaftsanteile übertragen werden können, was dann in der letztwilligen Verfügung des Erblassers ihren Widerklang finden sollte.

Ein Unternehmen muss auch nicht erst mit dem Tod des Firmenpatrons übergehen. Eine lebzeitige Übertragung erlaubt es dem Unternehmer, für einen geordneten Generationen-wechsel zu sorgen und wichtige Fragen selbst zu entscheiden: Erfolgt die Übertragung über einen längeren Zeitraum, während der Unternehmer sich nach und nach aus dem operativen Geschäft zurückzieht, oder übergibt er das gesamte Unternehmen auf einen Schlag? Hat der Nachfolger eine Gegenleistung zu erbringen und wenn ja, soll diese in Form einer Einmalzahlung oder einer laufenden Rente gezahlt werden?

Wenn der Unternehmer die von ihm gewählte Nachfolgelösung den Familienmitgliedern zu seinen Lebzeiten selbst erklärt oder die Lösung sogar gemeinsam mit ihnen entwickelt, können diese sie erfahrungsgemäß auch besser nachvollziehen. Wird hingegen erst nach dem Ableben des Unternehmers bekannt, dass er z.B. nur eines seiner Kinder als Nachfolger bestimmt hat, ist der Unmut oft groß und Streit vorprogrammiert.

Die Nachfolgeplanung ist eine sehr individuelle Angelegenheit, allgemeingültige Lösungen gibt es nicht. Hinzu kommt, dass es sich um eine sowohl wirtschaftlich wie rechtlich komplexe Materie handelt. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Nachfolgeplanung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern sie möglichst frühzeitig anzugehen.

Fachlich kompetent beraten werden Sie hierzu für das Unternehmensrecht von Herrn Rechtsanwalt Olaf Handschuh, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht sowie von der Expertin für Erbrecht, Frau Rechtsanwältin Monika Brünger.

Monika Brünger

Autor:
Monika Brünger
Rechtsanwalt
Fachanwältin für Familienrecht

2018-12-19T11:48:21+00:0017.12.2018|Erbrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht|